Meine Neugier gestillt von denen, die es wissen müssen ...

************* Kooperationen *************

 

Das bedeutet, ich hatte entweder einfach Lust über die betreffenden Menschen zu schreiben, diese haben vielleicht im Gegenzug auch über mich geschrieben. Manchmal fand ich sie einfach nur so interessant ... im Grunde ist es immer irgendwie Werbung.

Hundeflüsterin Simone Lehmann

Simone resozialisiert Hunde - schwierige Hunde, die durch einen Beissvorfall oder ähnliches auffällig geworden und im Tierheim gelandet sind. Ich habe Simone durch Zufall auf dem Rückweg von einer Rumänientour kennengelernt. Ich saß an einem Sonntag mit einem Radlager-Schaden in Tschechien fest und sie hat die Hunde geholt und quasi "eingelagert", bis ich sie einen Tag später wieder einsammeln konnte. Seitdem beobachte ich fasziniert, wie ein Hund nach dem anderen ihren Haushalt betritt und irgendwann wieder vermittelt wird.

Hallo Simone, stellst du dich bitte kurz vor:

Ich lebe mit 6 eigenen Hunden und meist einem Pflegehund in der Nähe von Dresden. Bin 35 Jahre alt und seid ich 17 war habe ich sogenannte Problemhunde aufgenommen.

 

Wie kommst du zu so vielen Hunden?

Das im Detail auszuführen würde einem Roman gleich kommen. Im Grossen und Ganzen hat sich das so ergeben: Es fing mit zwei Hunden an, welche so einfach waren, dass ein dritter dazu kam und bleiben durfte. Da dieser zu schwer ein zu Hause gefunden hätte. Mein Freund hatte dann zwei eigene und irgendwann wurde das perfekte Gegenstück zu meinem schizophrenen Hund bei uns abgegeben.

Als alle zu einem guten Team zusammengewachsen waren, haben wir beschlossen hin und wieder uns einem schwierigem Fall anzunehmen.

 

Wieso Tierschutzhunde?

Ich glaube, das wurde mir in die Wiege gelegt. Ich bin mit einem bissigen Dackel, der aus dem Tierheim eingezogen ist, gross geworden. Wenn dieser mal wieder geschnappt oder gebissen hat, hat meine Mutti uns immer erklärt, dass er nichts dafür kann und auch solche Tiere eine Chance verdient haben.

 

Kannst du ,,nein,, sagen?

Mittlerweile habe ich gelernt es zu können, da ich Rücksicht auf meine vorhandenen Hunde und auf den Alltag nehmen muss. Nicht jeder Hund passt noch in unser Leben. Aber mir fällt es immer noch schwer, ich versuche dann anders zu unterstützen.

 

Hast du ein spezielles Rezept um die Hunde zu resozialisieren?

Nein - ganz und gar nicht. Am Anfang steht für mich immer erst herauszufinden, warum der Hund beisst oder warum es zu gewissen Verhaltensauffälligkeiten kommt. Erst wenn ich das in etwa raus bekommen habe oder eine Vermutung habe, fange ich an mich dem Problem zielgerichtet zu widmen.

Ich arbeite mit den Hunden über Vertrauen und positives Bestätigen. Ich strafe Fehlverhalten nicht ab, sondern versuche über Alternativverhalten zum Ziel zu kommen.

 

Was hälst du von Hilfsmitteln, wie Haltis, Stachel- oder Wasserhalsbändern?

Das grösste Problem bei Hilfsmitteln sind nicht die Mittel, sondern das die Menschen sie oft falsch einsetzen. Ich möchte gar nicht den Gebrauch von allen Hilfsmitteln verteufeln, sondern die unüberlegte Benutzung.

Die meisten Hilfsmittel gehören nicht in private Hände und sind auch nicht nötig.

Hilfsmittel bringen den Hund dazu ein bestimmtes Verhalten nicht mehr zu zeigen, da es Folgen für den Hund hat. Sie lernen aber keinem Hund mit einer Situation anders umzugehen. Man arbeitet also nur über Meideverhalten. Dies hat den Nachteil, dass es nur personengebundenes Lernen ist (geht ein Fremder dann mit dem Hund, wird der Hund noch genauso schlimm reagieren).

Ausserdem merken die Hunde recht schnell, wenn man keine Hilfsmittel mit hat, dass dann auch keine Strafe folgt. Somit kommt auch wieder das vom Menschen empfundene Fehlverhalten an den Tag.

Was hältst du von diesen Argumenten:

„Der Hund ist sonst zu gefährlich.“

„Ich kann den sonst nicht halten.“

„Wir haben alles andere versucht.“

„Das tut dem Hund gar nicht weh, (wenn er ordentlich läuft).“

Das sind menschliches Versagen und Ausreden, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Ist ein Hund zu gefährlich, kann man diesen erstmal mit Maulkorb führen. Kann man einen Hund nicht halten, sollte man sich mal überlegen warum der Hund null Interesse am anderen Ende der Leine hat.

"Wir haben alles versucht" ist das Lieblingsargument in der heutigen Zeit. Da stellt sich mir als erstes immer die Frage: was hat man denn versucht und vor allem wie lange? Training bedeutet immer Zeit und vor allem Geduld. Wichtig ist, dass ein Hund eine Struktur, klare Regeln und kein Chaos im Leben hat. Wenn man ein paar Tage mal "so" und die nächsten Tage wieder "so" mit dem Hund arbeitet, kann dieser nichts lernen. Das Einzige was wir vermitteln, ist dass wir nicht wissen, was wir wollen und jeder Hund noch selbständiger agiert.

Und wenn es dem Hund gar nicht weh tut, warum benutzt man es dann? Wenn es keine Wirkung hat, braucht man es ja auch nicht.

In Österreich ist das Stachelhalsband der Verkauf, der Besitz und die Benutzung komplett verboten. Auch da leben massiv viele Hunde. In diesem Land ist es auch möglich Hunde ohne so ein Starkzwangmittel zu trainieren. Warum sollte es mit Hunden dann in Deutschland nicht möglich sein?

 

Wieso funktionieren solche Hilfsmittel nicht langfristig oder nachhaltig ?

Wenn man Kopfschmerzen hat, nimmt man eine Tablette... irgendwann hilft diese nicht mehr, dann nimmt man ein stärkeres Mittel. Auch das funktioniert irgendwann nicht mehr, da der Körper sich dran gewöhnt hat. Entweder man besorgt sich wieder ein stärkeres Mittel oder man lässt sich mal untersuchen um die Ursache der Kopfschmerzen rauszufinden, wie z.B. einen Tumor. Man hätte noch ewig die Symptome unterdrücken können, aber es wird dennoch alles immer schlimmer.

Beim Hund ist das ähnlich, erst versucht man verbal mit scharfen Ton ein unerwünschtes Verhalten zu unterbinden. Der Hund wird darauf reagieren, da er merkt sein Mensch ist sauer. Irgendwann hat er sich aber daran gewöhnt und er wird es einfach ignorieren. Als nächstes versucht man es vielleicht mit Leinenruck oder ähnliches, auch das bringt nur kurz Erfolg. Dann nimmt man zum Beispiel ein Sprüh- oder ein Stachelhalsband. Am Anfang beeindruckt es den Hund noch und er wird vor Schreck oder Schmerz auch mit dem Verhalten aufhören. Aber auch daran gewöhnt er sich. Jedoch und es wird einfach normal für den Hund. Im schlimmsten Fall verbinden die Hunde sogar diesen Schreckreiz oder den Schmerz mit einer Situation und reagieren dann noch extremer.

Hätte man erstmal überlegt warum sich ein Hund negativ verhält und würde an der Ursache arbeiten, hätte er auch verstanden worum es geht.

 

Hast du noch ein paar Tipps für andere (zukünftige) Hundehalter?

Bei der Anschaffung oder der Haltung sollte man sich sehr gut überlegen welche Rasse man sich ins Haus holt. Viele Probleme sind einfach hausgemacht. Besitzt man einen Schutz- und Wachhund, darf man sich nicht wundern, wenn auch solches Verhalten gezeigt wird. Hat man zum Beispiel einen Dalmatiner, sollte man sich darauf einstellen, dass es Laufhunde sind und nicht zufrieden sein werden mit einer Runde um den Block. Ist ein Hund nicht rassegerecht ausgelastet, entstehen oft Verhaltensprobleme durch Frust. Oft erleben wir die schlimmsten Beschreibungen von Hunden, die zum Beispiel gegen alles und jeden gehen. Sind sie dann hier und werden gefördert und gefordert, verschwinden Fehlverhalten oft von allein, ohne jemals daran gearbeitet zu haben. Es wird sich beschwert, dass man die Jagdhunde nicht von der Leine machen kann ect... Ich denke, wenn man bewusster mit der Auswahl eines Hundes umgehen würde, gebe es gar nicht so viele "Problemhunde" und die Menschen würden nicht in ihrer Verzweiflung auf Hilfsmittel wie Stachelhalsband und Co. zurückgreifen müssen.

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Kinderbuchautorin Sandra Schindler

***KOOPERATION***

Sandra Schindler ist Lektorin und Kinderbuchautorin. Sie lebt übrigens, ganz ähnlich wie wir, mit Hund und Kind am A*** der Welt. ;) Ihr erstes Buch "Der kleine Milchvampir" könnt ihr ab nächsten Monat käuflich erwerben. Ich durfte sie kurz vorher noch zum Autorendasein und dem Leben als Mama im Homeoffice befragen:

Sandra Schindler (Foto: Ruth Frobeen)
Sandra Schindler (Foto: Ruth Frobeen)

Hallo Sandra, stellst du dich kurz vor?

 Ich bin Sandra Schindler, Mutter von zwei Kindern (3 und 5) und habe vor nicht allzu langer Zeit umgesattelt: Erst war ich Übersetzerin, dann Lektorin – und jetzt schreibe ich selbst.

 

Wie bist du ausgerechnet zu Kinderbüchern gekommen?

Ich hatte ein Problem: Das Stillen schlauchte mich von Tag zu Tag mehr. Ich war am Ende meiner Kräfte. Also habe ich ein Kinderbuch gesucht, das Stillkindern mit liebevollen Zeichnungen und netten Reimen das Abstillen schmackhaft macht. Aber es gab kein solches Buch. Also hab ich selbst eins geschrieben. Mein Milchvampir kommt am 9. September in den Handel. Beim Schreiben habe ich festgestellt, dass es mir unheimlich viel Spaß macht, mir Geschichten auszudenken – und bin dabei geblieben.

Das zukünftige Cover vom kleinen Milchvampir
Das zukünftige Cover vom kleinen Milchvampir

Wie funktioniert das mit den Büchern? Wie findet man einen Verlag, der sie veröffentlicht, und wird man dann reich?

Einen ordentlichen Verlag zu finden, ist alles andere als leicht. Es gibt ein paar wenige Autoren, die das Glück haben, dass ihre Geschichte aus dem Stapel der unaufgefordert eingesandten Manuskripte der Publikumsverlage heraussticht. Und deren Buch dann auch noch thematisch zu dem passt, was die Verlage gerade suchen.

 

Einen Verlagsvertrag bekommt man auch über einen Literaturagenten, der die Verlagssuche für die Autoren übernimmt. Aber auch die Agenten werden mit Manuskriptangeboten überschwemmt, haben oftmals nicht ausreichend Zeit für die vielen Autoren, die sie betreuen. Ganz selten höre ich auch mal von Kolleginnen, dass sie von ihrem Agenten begeistert sind und sich gut beraten bzw. vertreten fühlen. Die Regel ist das leider nicht.

 

Der dritte Weg ist der, den auch ich eingeschlagen habe: Mein erstes Buch erscheint bei einem kleineren, aber aufstrebenden Verlag, mit dessen durch und durch grünem Konzept ich mich von Anfang an identifizieren konnte. Ich kenne zumindest eine Autorin, die auch so begonnen hat. Es dauerte nicht lange, bis ein Publikumsverlag sich die Rechte an ihren drei Büchern gesichert hat. Ein solcher Durchbruch ist aber höchst selten.

 

Zum Thema reich und berühmt: Ich finde es witzig, dass viele Menschen das verbinden: Oh, sie hat ein Buch rausgebracht, also ist sie jetzt bald reich. Das stimmt leider nicht mit der Realität überein. Ich kenne einige Autorinnen, die sozusagen als gute Mittelfeld-Schreiberinnen bei den Verlagen gefragt sind, aber auch von denen können die wenigsten nur vom Schreiben leben, vom Luxusleben ganz zu schweigen.

 

Wer sich als Schriftsteller etablieren will, braucht neben guten Geschichten und einem ansprechenden Stil vor allem eins: eine Riesenportion Geduld.

Ich hab gelesen, dass du ständig mehrere Bücher auf einmal liest. Wieso? Kommt man da nicht durcheinander?

Also ehrlich gesagt schreibe ich auch immer mehrere Bücher auf einmal. Und dasjenige, das mich am meisten beschäftigt, das schreibe ich dann fertig.

Diese Angewohnheit mit dem Lesen, die hab ich schon lange. Ich schaue neugierig in ein Buch rein, dann werde ich abgelenkt und habe tagelang keine Zeit mehr dafür. Dann finde vielleicht zufällig ein anderes Buch, das mich in dem Moment mehr interessiert, also lese ich da rein. Aber wenn mich ein Thema wirklich beschäftigt oder ein Buch wirklich spannend ist, dann wird es den anderen angefangenen Büchern sofort vorgezogen.

 

Lektoren müssen sehr genau und penibel sein, bist du das auch zu Hause?

Na ja. Was die Sauberkeit angeht eher nicht. Entweder kann ich jeden Tag die Wohnung durchsaugen – oder ich kann schreiben. Beides funktioniert nicht. Also beschränke ich mich auf das Minimalprogramm. Wenn es zwischendurch mal ganz schlimm aussieht und ich keine Zeit habe, mit Putzzeug bewaffnet durch die Wohnung zu flitzen, schick ich den Saugroboter durch. Der ist wirklich eine große Hilfe.

 

Was die Sprache angeht: Da bin ich schon ziemlich genau, finde es auch ganz furchtbar, mich durch unlektorierte Bücher zu quälen (von ein paar trotzdem unterhaltsamen Ausnahmen mal abgesehen). Das kann ich auch schlecht abstellen. Aber ich bemühe mich, den Autokorrektor in meinem Kopf auszuschalten, wenn ich privat kommuniziere.

 

Du hast noch jede Menge Projekte in der Schublade. Verrätst du uns schon ein paar Details?

Puh, schwierig, denn ich kann dir noch nicht sagen, was ich als Nächstes angehen will. Ich weiß eigentlich nur, dass ich noch einen meiner beiden angefangenen Romane in diesem Jahr fertigstellen möchte. Der eine ist ein Kinderkrimi im Enid-Blyton-Stil (aber irgendwie dann doch hoffentlich wieder ganz anders), der andere wird ein Jugendbuch, in dem ein großes Vorbild von mir die Hauptrolle spielt. Ansonsten hab ich noch über 50 Buchideen auf meiner Liste. Mal sehen, was mich am meisten reizt. Das ist das, was dann mit der Zeit immer konkreter in meinem Kopf wird – bis ich es schließlich aufschreibe.

 

Ein paar fertige Geschichten hab ich auch noch. Wenn ich Zeit habe, gehe ich da auf Verlagssuche – bzw. bin teilweise auch schon dabei. Zwei Kinderbücher für die Kleinsten handeln von Ängsten, im dritten gehts ums Essen und im vierten um Höflichkeit.

 

Wie gestaltest du deinen Tag im Homeoffice?

Ich stehe auf, wenn alle anderen noch schlafen, momentan so zwischen halb 5 und 6. Dann netzwerke ich erst mal, bis die Familie aufsteht. Das heißt, ich beantworte Mails, schaue bei Facebook, Twitter, Xing und in ein paar Foren vorbei, in denen ich Mitglied bin. Wenn ich etwas beitragen bzw. jemandem helfen kann, dann tu ich das. Kann ich das nicht, dann lese ich einfach nur, was es Neues gibt – oder bitte selbst um Hilfe. Und ich kann sicher sein, dass ich ganz schnell mehrere Antworten von kompetenten Kolleginnen haben werde. Ein sehr wertvolles Netzwerk für uns Kinderbuchautoren ist die von Jutta Wilke gegründete Schreibwelt, ein anderes der Texttreff – für alle Frauen in Berufen, in denen Texte eine Rolle spielen.

Anschließend gibts Frühstück mit den Kids. Sind die im Kindergarten, gehts weiter. Dann kommt die eigentliche Arbeit, die Arbeit an Büchern. Momentan hab ich eins meiner inzwischen sehr seltenen Lektoratsprojekte. Sobald das beendet ist, werde ich mich fürs restliche Jahr und auch fürs nächste auf meine eigenen Bücher konzentrieren.

Mittags mache ich nach dem Essen einen langen Spaziergang mit dem Hund durch den Wald, manchmal nehme ich mir auch Zeit für Qigong, fürs Musikmachen oder andere Hobbys. Danach gehts noch mal weiter, da erledige ich wichtige Telefongespräche – oder schreibe Texte, so wie diesen hier.

Wenn die Kids kommen, haben die Priorität, weshalb ich nachmittags kaum zu erreichen bin. Gerade im Sommer sind wir oft unterwegs. Da mein Mann auch selbstständig ist, können wir problemlos mal einen Nachmittag im Schwimmbad oder mit einer Radtour verbringen. Allerdings sitze ich dann oft spätabends wieder am Computer, wenn die Kinder schlafen.

So schön ist es am A*** der Welt bei Sandra.
So schön ist es am A*** der Welt bei Sandra.

Hast du Tipps für andere Mompreneurs, die zu Hause arbeiten?

Eigentlich nur den, den ich auch selbst befolgen sollte. Leider schaffe ich es zugegebenermaßen noch nicht immer: Wenn ihr das Haus verlasst, lasst das Smartphone daheim. Und wenn ihr wieder da seid und euch mit den Kindern beschäftigt, rennt nicht alle paar Minuten zum Computer, um die Mails zu checken. Es ist nicht schlimm, wenn ihr eine Mail einen halben oder auch mal einen ganzen Tag später beantwortet. Etwas Spektakuläres und gleichzeitig Ultradringendes, das kommt doch wirklich so gut wie nie vor, oder?

 

Gönnt euch Auszeiten, selbst wenn ihr viel zu tun habt. Gerade dann ist es wichtig, immer mal ein paar Minuten Pause zwischendrin einzulegen, denn dann seid ihr letztendlich produktiver. Ich hab dafür sogar ein (kostenloses) Programm namens Workrave installiert. Okay, ich ignoriere es auch oft, aber grundsätzlich finde ich es schon toll, dass mich mein eigener Computer an Pausen erinnert. Und immer öfter höre ich auch auf ihn. Wenn er es nicht schafft, übernimmt der Hund diese Aufgabe.

 

Und so ganz generell: Lebt eure Träume, macht das, was ihr wirklich tun wollt. Man verbringt so viel Zeit mit der Arbeit, da ist es wichtig, dass man das tut, was einem wirklich Spaß macht. Denn nur wer Spaß hat, kann sich wirklich entfalten und seine gute Laune und sein positives Denken an andere weitergeben. Auch und ganz besonders an den Nachwuchs.

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Silke vom Modelabel "Liebling Berlin"

Aller guter Dinge sind drei: hier kommt sie also die 3. Mami aus der ‪#‎GegenseitigeUnterstützung‬-Aktion der Mompreneurs. Silke und das Label "Liebling Berlin" waren mir aus der Flüchtlingsarbeit bereits bekannt, da sie eine ganz tolle Aktion ins Leben gerufen hat. Aber lest selbst:

Silke mit ihrem Sohn in "Liebling Berlin"-Outfit
Silke mit ihrem Sohn in "Liebling Berlin"-Outfit

Hallo Silke, stellst du dich kurz vor, bitte.

Ich bin Silke Ahlert, 37 Jahre alt und Mutter eines 4 jährigen Jungen und betreibe gemeinsam mit meiner Mutter das Berliner Kindermodelabel „Liebling Berlin“.

Außerdem ist mir meine Arbeit als Doula eine Herzensangelegenheit.

Ich begleite und berate werdende Mütter rund um allen möglichen Themen, die während einer Schwangerschaft interessant sein könnten und unterstütze sie auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Geburt.

Mit diesem Hintergrund habe ich auch letzten Sommer die Spendenaktion „Welcome Baby Bags“ entwickelt, die werdende Flüchtlings-Mütter und ihre Säuglinge mit einer großen gepackten Erstaustattungstasche versorgt.

 Was unterscheidet für dich einen „Mompreneur“ von anderen Gründern?

Ich habe das Gefühl, das Frauen, die Mütter werden, viele Dinge hinterfragen und auch mehr Sinn und Wertigkeit im Leben und ihrem Tun sehen möchten. Gleichzeitig mutieren sie zu Organisationsprofies und können ungeahnte Jonglier-Künste aufweisen, mit all' den Aufgaben „Bällen“ die sie im Kopf haben zu jonglieren ist schon eine hohe Kunst....Bei all' dem Wahnsinn sich selbst und das „perfekte“ aber nicht zu ernst zu nehmen, ist dabei eine große Herausforderung!

Was ist eine Doula und wie wird man das?

Eine Doula ist eine geburtserfahrene Frau, die andere Frauen beim Mutter werden begleitet und mit Rat und Tat zur Seite steht.

Unsere Betonung liegt dabei immer auf den natürlichen Vorgängen während der Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit sowie der Stärkung der Intuition und der Eigenkompetenz der (werdenden) Mütter.

Kurzarmbody und Kuschelkissen ANKER von Liebling Berlin
Kurzarmbody und Kuschelkissen ANKER von Liebling Berlin

Ich habe mir die Sachen von deinem Kindermodelabel „Liebling Berlin“ angeschaut und bin gleich total verliebt. Denn die kommen teilweise sehr maritim rüber und das passt so super zu uns nach Ostfriesland. Woher kommen die Sachen und woher nimmst du die Ideen?

Die Sachen von „Liebling Berlin“ kommen aus unserem eigenen Atelier und sind sehr von „der guten alten Zeit“ inspiriert. Viele der Modelle und Schnitte habe ich von meiner Mutter geerbt. Damals war es noch wichtig das Baby- & Kinderbekleidung mitwächst und auch von der Qualität lange hält und weiter vererbt werden kann. All' diese Details spielen bei uns eine wichtige Rolle. Auch das die Sachen hübsch und praktisch zu gleich sind...wir legen viel Wert darauf das man alles super waschen kann und sich die Kinder in den Sachen gut bewegen und spielen können und dabei hübsch angezogen aussehen....Wir ergänzen unser Angebot mit kleinen Labels die unserer Meinung nach zu unserer Kollektion passen.....Da meine Mutter aus Norddeutschland stammt, wirkt alles gerne ein wenig nordisch...irgendwie „nordisch by nature“ ;)

Trägerkleid MARIE und Hemd HANNES
Trägerkleid MARIE und Hemd HANNES

Ich weiß, das hat nur bedingt mit dem Business zu tun, aber kannst du uns vielleicht noch ein paar Worte zu den Welcome Baby Bags berichten?

Im Mai 2015 wollte ich gerne einen Haufen Baby- und Schwangerschafts-Klamotten an die heranströmenden schwangeren Flüchtlingsfrauen spenden....weil mich deren Schicksal am meisten berührt hat....erstaunlicherweise war dies sehr schwierig....erst im Juli/August habe ich eine Organisation gefunden die daran überhaupt Interesse hatte, dass ich auch bei meinen Kunden einen Spendenaufruf starte...davor haben mich alle gefragt „für welche Frauen denn ?“ Irgendwie war es niemandem bewusst, was da auf uns zukommen wird...

Der Retro-Spieler Stacy von Liebling Berlin
Der Retro-Spieler Stacy von Liebling Berlin

Mit dieser Organisation, der AWO, haben wir damals besprochen das es das sinnvollste wäre nicht einfach „drauf los“ zu sammeln, sondern das den Unterkünften meist konkret Sachen fehlen wenn ein Baby zur Welt kommt. Und das es dann für die Kleiderkammern, die betreuenden Hebammen und die Helfer am einfachsten wäre eine fertig gepackte Tasche mit allem was man am Anfang so braucht, zu haben. So habe ich im August in meinem Kundenkreis einen Spendenaufruf mit einer konkreten Bedarfsliste gestartet, und die ersten 50 Taschen gepackt und in den AWO Unterkünften verteilt. Dies sollte eigentlich nur eine einmalige Aktion sein. Doch als ich dann sah, wie groß der Bedarf war, und wie viele Frauen ich damit glücklich machen konnte, habe ich es nicht übers Herz gebracht damit aufzuhören.....Zum Ende des Jahres 2015 wurde mir dann alles zeitlich und packtechnisch ein wenig zu viel, so dass ich mir helfende Hände dazu geholt habe. Seit Januar sind wir auf der Suche nach einem Verein der diese Arbeit für mich/uns weiterführt. Dank meiner rechten Hand, Nora Drenalin, sind wir fündig geworden...und die „Welcome Baby Bags“ werden nun von dem ökomenischen Frauenverein Evas Arche am Hackeschen Markt übernommen.....Ich bin sehr glücklich darüber, dass die Aktion weiter laufen kann....denn irgendwann mussten wir leider feststellen, das wir das nicht mehr machen können....aber es geht weiter :)

Silkes Mama Marlies Ahlert
Silkes Mama Marlies Ahlert

Jetzt mal ehrlich, wie schafft man das alles?

Gute Frage.....ich stoße oft an meine Grenzen und wünschte mir das wir wieder mehr in Familienverbänden organisiert wären, wie es früher der Fall war....Wo sich die verschiedenen Generation gegenseitig unterstützen. In einer Großstadt wie Berlin, gibt es sehr viele Einzelkämpfer und oft ist es sehr traurig zu sehen, wie alle versuchen alles selbst zu schaffen....Ein gutes Netzwerk ist das A und O....wenn man das aber nicht hat, tja, dann hilft meiner Meinung nur, auch mal 5e gerade sein lassen....nicht alles perfekt machen wollen....eines nach dem anderen angehen....tief Luft holen...das Gute sehen das man schafft und nicht was man nicht schafft....sich nicht von anderen stressen lassen...und das Glück im Moment und in kleinen Dingen wieder finden....

Hast du noch ein paar Tipps für andere (zukünftige) Mompreneurs?

Vertraut auf euren Instikt, auf euer Bauchgefühl....erinnert euch daran, was ihr schon alles geschafft habt....und wie stark ihr seid. Verbindet euch mit anderen Frauen und gebt euch gegenseitig Kraft...vernetzt euch und tauscht euch aus...gerne auch mit eurem Können....Habt Geduld und lasst euch nicht stressen....lernt aus euren Kindern und deren Art die welt zu entdecken, zu sehen und zu lernen. Als ehemalige Kölnerin gibt mir das „Kölsche Grundgesetz“ oft wieder mit einem Lachen viel Kraft...vorallem folgende Aussagen: 1. „es ist, wie es ist“, 2. „es kommt, wie es kommt“, 3. „es ist noch immer gut gegangen“...

Die Berliner Bären gibt es zur Zeit nicht, aber den Fernsehturm
Die Berliner Bären gibt es zur Zeit nicht, aber den Fernsehturm

Ich finde die Sachen nicht nur schick, sondern auch sehr unterstützenswert, weil sie in Deutschland von einer Mama hergestellt sind. ;)

Die tollen Kleidungsstücke vom Label "Liebling Berlin" findet ihr direkt Online im Shop und in verschiedenen Geschäften verteilt in Deutschland.

Mehr Infos zu den Artikeln, Aktionen und auch wissenswertes zu den Welcome Bags gibt es im Facebook Profil Liebling Berlin.

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Daniela von HUMMEL & WOLF

Der zweite Teil meiner ‪#‎GegenseitigeUnterstützung‬-Aktion der Mompreneurs: Ich ziehe übrigens den Hut vor jeder alleinerziehenden Mama ... wenn sie dann noch selbstständig ist, dann hat sie meinen Respekt erst recht verdient, denn ich würde das sicher nicht gebacken bekommen:

Hallo Daniela, stellst du dich kurz vor, bitte.

Ich bin Daniela, 42 Jahre alt, Mutter eines 5-jährigen Sohnes, seit einem Jahr alleinerziehend und Mitgründerin des Shops HUMMEL&WOLF

 

Wie kam es zu der Idee ein eigenes Business aufzubauen?

Meine Freundin und nun auch Geschäftspartnerin Irene Hummel und ich waren beide in einem Angestelltenverhältnis in dem wir nicht wirklich zufrieden waren. Wir wollten die Situation ändern und etwas Sinnhaftes auf die Beine stellen. Uns beiden ist Nachhaltigkeit sehr wichtig und so entschieden wir uns dafür, den Fokus bei unserer Gründung auf Fair Trade zu legen.

Daniela beim Dekorieren der Schaufenster
Daniela beim Dekorieren der Schaufenster

Ihr vertreibt tollen Schmuck, erklärst du mir kurz, wieso ich den ausgerechnet bei euch kaufen sollte?

Unser Schmuck und die Accessoires sind einzigartig. Wir suchen weltweit nach ausgefallenen Produkten, die aus besonderen Materialien gemacht sind und oft auch traditionelle Techniken mit modernem Design vereinen. Unsere Artikel werden in aufwendiger Handarbeit gefertigt, wodurch sie nur in exklusiven Kleinserien zu bekommen sind. Wir glauben sehr stark an Transparenz und erzählen auch deshalb die Geschichte zu jedem unserer Produkte in der Seite.


HUMMEL&WOLF: Sechsreihige blaue Seidenkette
HUMMEL&WOLF: Sechsreihige blaue Seidenkette

Wie kontrolliert ihr, dass der Schmuck wirklich fairtrade ist?

In den meisten Fällen können unsere Kooperationspartner einen Fair Trade Siegel nachweisen. Nur in Mexiko, wo ich selber herkomme und wohin ich regelmässig aufgrund meiner Familie reise, haben wir uns auf den Vertrieb von Produkten ohne Siegel eingelassen, da ich die örtlichen Gegebenheiten gut kenne und persönlich sicherstellen kann, dass die Arbeitskonditionen fair sind.

 

Es ist ja nicht nur der reine Verkauf des Schmucks, ihr seid in vielen Social Media Kanälen vertreten, macht Werbung … das ist alles Arbeit, hattest du das von Anfang an auf dem Schirm?

Ich muss gestehen, dass ich vor Beginn teilweise glaubte unser Shop würde von alleine wachsen und über Mundpropaganda bekannt werden. Bald wurde es uns aber beiden klar, dass man für die Sichtbarkeit im Netz hart arbeiten muss. Wir haben am Anfang nur ein Social Media Kanal bespielt haben aber auch schnell gemerkt, dass man auf verschiedenen Kanälen zu sehen sein muss wenn man mehr KundInnen erreichen möchte. Aber Social Media ist ja nicht Alles. Man muss auch in PR und in Werbung investieren. Und natürlich muss man sich auch gut vernetzen und immer wieder und überall über den Shop reden und diesen sichtbar machen. Ja, das ist harte Arbeit...

Grüner Upcycling-Ring "Geode"
Grüner Upcycling-Ring "Geode"

Ich weiß aus Erfahrung, dass es nicht immer einfach ist, ein Mamadasein und ein eigenes Business unter einen Hut zu bekommen. Klappt das bei dir immer? (bei mir nicht)

Das ist in der Tat nicht ganz einfach. Es gibt Tage an denen ich gerne einfach nur mit meinem Kind unterwegs wäre und andere an denen ich dringende Dinge zu erledigen habe und dafür meinen Sohn vertrösten muss. Zum Glück liegt unsere Büro ganz in der Nähe der Kita und somit vertue ich wenig Zeit in dem ich mich von einem Ort zum anderen bewege.

Trotz der Schwierigkeiten in der Vereinbarung von beiden Lebensinhalten, bin ich über meine Selbständigkeit froh, weil ich selbstbestimmter entscheiden kann worauf ich mich fokussieren möchte. Aber Eines kann ich auf jeden Fall sagen: als Mama zu gründen ist definitiv anders als ohne

Familie. Die Verpflichtungen und die Energie, die man in das eigene Geschäft stecken kann, sind nicht die gleichen wie bei einer jungen Person, die sich 100% dem eigenen Business widmen kann.

 

Hast du noch ein paar Tipps für andere (zukünftige) Mompreneurs?

Habt Geduld! Euer Business wird nicht von heute auf morgen in die Wolken schießen. Es braucht Zeit und manchmal werden die Dinge suboptimal laufen. Dann müsst ihr euch die Gelegenheit geben kurz innezuhalten, zu analysieren was passiert ist und wie ihr es beim nächsten Mal besser machen könnt. Aber macht Euch dafür nicht fertig, sondern gebt (oder holt) euch Empathie. Das ist wichtig um nicht die Motivation zu verlieren und um weiter am Ball zu bleiben.

 

Sechsreihige silberfarbene Seidenkette, Clutch "Metallica" silber
Sechsreihige silberfarbene Seidenkette, Clutch "Metallica" silber

Die Idee mit dem fairen Schmuck finde ich gut. Sie entspricht auch sehr meinem Ziel, wenige, aber dafür hochwertige Sachen zu haben/tragen. Leider trage ich in der Praxis sehr wenig bis gar keinen Schmuck (nicht mal meinen Ehering). Alle, die die tollen Stücke nicht nur auf den Bildern bewundern, sondern auch tragen wollen, finden den Schmuck und auch die Geschichten dahinter bei Facebook oder direkt auf der Homepage von HUMMEL&WOLF.


Achso eins noch (weil auch ich andauernd auf Fotografensuche bin und die Infos für Mompreneurs nicht ganz unwichtig ist): Die tollen Fotos der Schmuckstücke kommen von Dante Busquets und Marko Mitter. ;)

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Sandrine Cartier-Millon von Créateur de temps / Mehr Zeit im Alltag

Im Zuge von ‪#‎GegenseitigeUnterstützung‬ bei den Mompreneurs habe ich angeboten drei Mamis mit einem eigenen Business vorzustellen. Witzigerweise war die Frau, die verspricht ihren Kunden Zeit zu verschaffen, die erste, die die Daten fertig hatte. Irgendwas muss also dran sein, an dem Versprechen :). Hier seht ihr das Ergebnis:

Hallo Sandrine, stellst du dich kurz vor, bitte.

Guten Tag! Ich bin Sandrine Cartier-Millon, 38 Jahre, Mutter von 2 Töchtern (3 Jahre und 10 Monate), Diplomphilosophin und Geschäftsführerin von "Mehr Zeit im Alltag"

 

Wie kommt es zu dem zweisprachigen Namen?

Ich wollte meine französische Herkunft zeigen. Ich habe etwas gesucht, was auch jemanden ohne französische Kenntnisse verstehen könnte.

 

Du schenkst Zeit? Wie geht das? Bestellst du mir ne Putzfrau?

Ich schaffe Zeit. Ich analysiere den Wochenplan meiner Kunden, suche Zeiträuber, reorganisiere den Alltag und ja, ich delegiere was noch delegierbar ist. Mein Ziel ist es, freie Zeit zu schaffen, die ich auch für meine Kunden gestalte.

Grafik verwendet mit Erlaubnis von ©Sandrine Cartier-Millon
Grafik verwendet mit Erlaubnis von ©Sandrine Cartier-Millon

Für wen ist denn so eine Beratung für mehr Zeit im Alltag sinnvoll?

Für Menschen an einem Wendepunkt ihres Leben, für Überforderte, für Arbeitssüchtige, für Eltern, für Rentner, für alle Menschen die sich mehr Zeit wünschen oder die nicht mit ihrem Alltag zurechtkommen.

 

Wie bekommst du selber Familie und Job unter einen Hut?

Mit viele Disziplin, Sport und genug Schlaf.

 

Was bedeutet für dich Vereinbarkeit?

Kein Kompromisse zu machen.

 

Hast du noch ein paar Tipps für andere (zukünftige) Mompreneurs?

An sich glauben, und seinen Gefühlen vertrauen, wenn es sich richtig anfühlt dann 300% geben.

Und natürlich immer versuchen im Hier und Jetzt zu leben: der Moment zählt.

Grafik verwendet mit Erlaubnis von ©Sandrine Cartier-Millon
Grafik verwendet mit Erlaubnis von ©Sandrine Cartier-Millon

Das klingt anstrengend? Ist es sicherlich auch. Ich habe Sandrine in der kurzen Zusammenarbeit bisher zumindest als sehr effektiv arbeitend und diszipliniert kennengelernt.

 

Mehr Tipps im Alltag findet ihr auf Sandrines Blog, ihren Facebookpage oder direkt auf ihrer Homepage.

 

Meine absoluten Lieblingstipps stehen dort übrigens unter: "5 Tipps um durch eine Veränderung unseres Umgangs mit Digitalmedien über 30 min mehr Zeit am Tag zu haben". Leider bin ich gerade was die Internetnutzung angeht oft sooooo undiszipliniert :D

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