Hund und Job – wie geht das?

Ich nehme mal wieder an einer Blogparade teil. Dieses Mal von miDoggy mit dem Thema Hund und Job, wie geht das? 

Hier war es nie ein Thema, ob die Hunde mit in den Berufsalltag eingebaut werden müssen. Ich teile mein Leben mit Jilly bereits seit meiner Studienzeit und wir haben viele Modelle ausprobiert. Nun will ich mal von den Möglichkeiten berichten, die wir so genutzt haben. Ganz wichtig übrigens das wir ... denn ich musste das nur zeitweise kurz alleine organisieren. Das haben wir meist als Familie (in welcher Zusammenstellung auch immer) getan:

Jill begleitet mich jetzt seit gut 10 Jahren durch mein Leben (Ach du Sch*** bin ich alt) und all' die Lösungen, die ich hier vorstelle, haben eines gemeinsam: wir haben uns sowohl beruflich, als auch privat darauf eingerichtet, dass ein Hund ein fester Bestandteil unseres Lebens ist. Denn tatsächlich ist es nicht nur schwierig Kind und Job unter einen Hut zu bringen. Nein, ein Hund ist auch nicht immer perfekt integrierbar. Manchmal waren es Kompromisse für uns, manchmal habe ich einen Job auch abgelehnt, weil Jill nicht mit durfte oder weil er nicht flexibel genug war. Aber wir haben uns immer arrangieren können und werden das auch weiterhin tun. Meine Chefs haben sich sicherlich manchmal gedacht, dass ich 'nen Splin habe (alleine drei Dobermänner zu halten, ist nicht zwingend das, was man als "normal" bezeichnet). Aber sie haben es immer als Teil meiner Work-Life-Balance - Forderungen oder so gesehen. Ich bin ja auch nicht die einzige, die dieses "Problem" hat.

Hund im Studium/Job

Während dem Studium habe ich unter anderem in einer Bowlingbahn gejobbt. Den Hund hatte ich mit dabei. Das musste ich allerdings nicht aushandeln, denn der Hund war quasi schon vor mir da und kannte die Gegebenheiten. (Lange Geschichte ... ) Sie ist mir hinterher gedackelt und wusste genau, dass sie nicht hinter den Tresen oder in die Küche darf. Das hatte noch einen Vorteil, denn ein Dobermann-Mix gab, zumindest mir damals, echt ein ganzes Stück Sicherheit, wenn ich nachts alleine abschließen sollte.

Als aktives AStA-Mitglied hatte ich während dem Studium den Vorteil, dass wenn mal gar nix mehr ging, ich den Hund dort im Büro bei irgendwem lassen konnte und er dort betreut wurde, bis ich fertig war. Das habe ich aber wirklich nur sehr selten genutzt. Meist haben Freunde, Bekannte oder mein ... haltet euch auf eueren Stühlen fest, denn ich liebe dieses Wort ... Lebensabschnittsgefährte ... den Hund und dessen Betreuung mitgetragen.

Bürohunde

Mein erster Job erlaubte es, dass ich Jill mit ins Büro nahm. Am Sandtorkai bei Scholz & Friends sind damals in jeder Etage mehrere Hunde rumgelaufen. Also konnte ich auch Jilli bequem ganztags mitnehmen. Morgens sind wir mit dem Zug zum Hauptbahnhof gefahren und anstatt mit der Straßenbahn, haben wir den restlichen Weg zu Fuß zurückgelegt. Da war der Gassigang quasi bereits erledigt, bevor wir im Büro ankamen. In Ausnahmefällen sind wir aber auch Straßenbahn gefahren, wenn wir spät dran waren oder ähnliches ... die Mittagspause habe ich auf der Hundewiese verbracht und abends ging es den selben Weg wieder zurück. Der Hund war nach vielen, vielen Leckerlies aus verschiedenen Büroschränken und Ballspielen im Flur, abends genau so fertig wie ich.

Das erfordert aber auch eine fortschrittliche Unternehmensführung und tolerante Arbeitskollegen ohne Allergien. Auf dem Bild oben ist Buster im Büro zu sehen. Den nehme ich aber nur in Ausnahmefällen mit, wenn es sich nicht anders einrichten lässt oder gerade passt. Denn der ist von der Grunderziehung her auch einfach noch etas anstrengender als Jill damals. Das macht den Büroalltag etwas unruhiger, ist aber auch umsetzbar.

 

Zu den nächsten Varianten muss ich eben unsere Situation etwas erklären: Der Waupapa geht in 24 Std.-Schichten alle drei Tage arbeiten. Das bedeutet, Probleme mit der Betreuung gab es immer nur an einem oder zwei Tagen in der Woche, sonst war der Waupapa mit den Pelztieren zu Hause, wenn ich im Büro war:

Eine Tagespension

Nachdem wir hier auf's Land gezogen sind und ich bei einem mittelständischen Unternehmen mit betagter Unternehmensführung gelandet bin, war die Sache mit dem Hund im Büro erstmal vorbei. Auch nicht schlimm, wir haben das dann anders organisiert. Solange Jill noch alleine war, war sie Tageshund in einer Hundepension (kann man sich vorstellen, wie einen Kindergarten für Hunde). Die Auswahl der Pension ist mir da an verschiedene Aspekte gekoppelt:

  • Mir war damals wichtig, dass sie Familienanschluss hat und nicht in einem Zwinger und Hundezimmer sitzt den ganzen Tag. Dafür habe ich dann auf Gassigänge verzichtet, sie lief dort in einer Gruppe von circa 12 Hunden und hat sich die Tage wohl ganz gut vertrieben. Denn sie ging sehr gerne hin.
  • Der Preis war damals kein Thema, denn eine Alternative gab es in dem Moment nicht. Also habe ich die 12 Euro pro Tag eben gezahlt. Finde ich auch OK, denn sie war gute 9 Stunden am Tag dort.
  • Die Hunde, die in solchen Gruppen laufen, müssen natürlich verträglich sein oder zumindest keinen Stress durch den Alltag in einer festen Hundegruppe haben.
  • Außerdem ist es wichtig, dass die Chemie zum Herrchen auf Zeit passt, sonst hätte ich sie wohl nicht abgegeben ohne schlechtes Gewissen.

Ein Hundesitter

Irgendwann vor 4 Jahren kam Emma zum Rudel und die hat mir einen Strich durch meine tolle Pensionslösung gemacht. Denn sie blieb nirgends, wo sie nicht bleiben wollte. Da hat auch ein 1,80 Meter hoher Zaun nicht geholfen, den hat sie damals aus dem Stand überwunden und stand eher am Auto, als ich mich vom Betreiber verabschiedet hatte. Es musste einen neue Regelung her. Wir suchten uns einen privaten Hundesitter. Ich kann schon mal so viel voraus nehmen: es war eine Katastrophe.

Ich bin morgens 4:30 Uhr aufgestanden, um vor der Arbeit mit den Hunden zum Strand toben zu fahren. Der 16jährige Junge wurde natürlich bei der Minijobzentrale angemeldet und erhielt neben den Nebenkosten 10 Euro pro Stunde, damit er Mittags beide Hunde holt und mit ihnen rausgeht. Das ging eine Weile gut ... irgendwann bemerkte ich leider, dass die Motivation nachlies und die Hunde nur noch 15 Minuten draußen waren, bevor er sie wieder in die Wohnung packte. Nach einigen Streitereien und einem Gespräch mit seinen Eltern (Was ein Generve) haben wir die ganze Sache dann abgebrochen und ich bin selbst in der Mittagspause die 20 Minuten hin und 20 Minuten wieder zurück zum Arbeitsplatz gefahren, um mit den Pelztieren Gassi zu gehen. Den Rest des Tages bewegten sie sich frei in Haus und Garten. Abends sind wir dann noch mal eine große Runde gelaufen, in der Hundeschule gewesen oder haben irgendetwas unternommen MIT den Pelztieren (an einem Tag, an dem der Hund schon so lange alleine war, verkneift man sich dann den Kinobesuch).

Nach der Aktion mit dem unmotivierten Teenager haben dann auch ab und an Freunde die Gassirunde am Mittag übernommen. Aber das ist natürlich keine Dauerlösung.

Familienhund einer Teilzeitfamilie

Zugegeben, unsere derzeitige Lösung muss man sich leisten können. Die kommt allerdings nicht ausschließlich durch die Hunde zustande, sondern hauptsächlich wegen der Mini, die immer noch nicht fremdbetreut ist. Ich arbeite nur in Teilzeit. Die Hunde profitieren von mir als Halbtagsmama und sind nur 5 Stunden am Tag alleine, den Rest des Tages, arbeite ich im Homeoffice und bin für Mini und die Hunde da.

Die anderen beiden kennen es, allein im Haus zu sein und im besten Fall nichts zu zerstören (das ist bei Emma in der Anfangszeit nicht perfekt gelaufen - da ist mal ein Bürostuhl quasi explodiert, als wir nicht da waren.)

Als Buster hier eingezogen ist, war ich gerade in Elternzeit (Teilzeit und habe Überstunden abgebummelt) - also zu Hause. Ich hatte ganze 3 Monate Zeit ihm zumindest die Grundkenntnisse des Alleinebleibens beizubringen. Das mussten wir dann um einen Monat verlängern, aber mittlerweile schläft er auch, wenn wir nicht da sind vormittags. Wenn es länger dauert, nehme ich ihn mit ins Büro. Dann schläft er - wie oben im Bild zu sehen - da.

 

Ein Arbeitstag sieht dann so aus, dass ich morgens aufstehe, die Hunde in den Garten lasse und Leckerlies zum Suchen verteile (in der Zeit, in der die Hunde suchen, mache ich die Mini in Ruhe startklar und Frühstücke mit ihr). Dann gehen wir eine kleine Runde, werfen die Hunde wieder ins Haus, lassen sie dort frühstücken, befüllen Fummel- und Geschicklichkeitsspiele und sind bis zum Mittag (frühen Nachmittag) außer Haus. Wenn ich wiederkomme, hat die Mini erst immer noch geschlafen, dann bin ich mit Babyphone quasi kurz Straße hoch und Straße runter und dann im Garten spielen gewesen. Mittlerweile bleibt sie wach und wir gehen alle gemeinsam raus.

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